Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in ungefähr zwei Jahren das Sterbehospiz Solothurn als operativen Betrieb zu führen. Im Endeffekt heisst das: ein Betrieb, welcher mehrere Betten für sterbende Menschen anbietet und in dem eine 24-Stunden-Betreuung durch Fachpersonal der Pflege gesichert ist. Ein Sterbehospiz bietet dem sterbenden Menschen eine Lösung, wenn er zu Hause nicht mehr ausreichend betreut und gepflegt werden kann. Angehörige werden entlastet und werden auch über den Tod hinaus in ihrem Trauerprozess begleitet. Die pflegerische Betreuung (Beispiel: Körperpflege) wird durch die tagesverantwortliche Pflegefachperson koordiniert und gegebenenfalls ausgeführt. Alle Aufgaben, welche die medizinische Versorgung (Beispiel: Medikamenten-Verabreichung) der Bewohner betreffen, wird ausschliesslich die Pflegefachperson durchführen. Die durch sie delegierten Aufgaben der pflegerischen Betreuung werden durch die weiteren Mitarbeiter ausgeführt. Nebst der pflegerischen und medizinischen Betreuung, werden die Bewohner anhand unseres Palliative Care Konzeptes individuell in ihrem Sterbeprozess begleitet. Das bedeutet einfach erklärt, dass das Personal darauf geschult ist, den Bewohner in seiner Situation ganzheitlich wahrzunehmen und auf Faktoren einzugehen, welche den individuellen Loslösungs-Prozess unterstützen oder hindern. Zu dieser ganzheitlichen Betreuung gehört auch der Miteinbezug der Angehörigen. Ziel ist es, dass alle Beteiligten - der sterbende Mensch, seine Angehörigen, das Personal – gemeinsam diesen Prozess gehen. So soll der Sterbende möglichst losgelassen sein von belastenden Gedanken, die seinen Sterbeprozess erschweren können. Das heisst zum Beispiel auch: wenn der Sterbende allein sein möchte, wird er alleine gelassen. Wünscht er jedoch möglichst viel Nähe zu anderen Menschen, wird dies genauso berücksichtigt. Ein Teil dieser Aufgabe wird die Fachfrau Sterbe- und Trauerbegleitung übernehmen, in dem sie vor allem als Ratgeberin und Begleiterin während des ganzen Prozess miteinbezogen sein wird. Ausserdem wird sie auch die Angehörigen-Betreuung koordinieren, beispielsweise die Nachbetreuung nach dem Versterben des Bewohners. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind da, um Aufgaben der Betreuung zu erledigen, welche zum Beispiel aus zeitlichen Gründen nicht durch das Fachpersonal gemacht werden können. Dazu gehören Aufgaben, wie z.B. ein Buch vorzulesen; gemeinsam mit dem Bewohner ein Bild zu malen oder nachts als Sitzwache bei dem Bewohner zu sein. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln wird durch eine Hauswirtschaftsmitarbeiterin koordiniert. Die Einnahme von Mahlzeiten obliegt der Entscheidung der Bewohner – dies gilt sowohl für den Zeitpunkt, als auch für die Kostform. Der Bewohner entscheidet beispielsweise selbst, ob er eine frisch zubereitete Mahlzeit von uns bekommt, oder ob ein Angehöriger etwas vorbeibringt. Im gesamten 24-Stunden-Betrieb wird die Autonomie der sterbenden Menschen berücksichtigt und möglichst erfüllt. Jeder entscheidet selbst, wann er schlafen/wach sein möchte; ob, wie und wann er gepflegt werden möchte; womit er seine Zeit verbringen möchte; usw.